Samstag, 10. Dezember 2016

Das Honigkuchenherz


Das Honigkuchenherz 
(Autor unbekannt)
 

Vor der Bude vom Zuckerbäcker stand 
ein Opa, sein Enkelkind an der Hand; 
und Fritzchen wählte nach langem Suchen 
ein großes Herz von Honigkuchen. 
Zuckerguss war darüber geglättet 
mit Plätzchen und Perlen eingebettet, 
und für dieses Kinderglück 
bezahlte der Opa ein Fünfmarkstück. 
Nun ging der Opa und Fritz in die Runde 
es dauerte schon eine gute Stunde, 
vor jeder Bude blieb Fritzchen stehen, 
überall gab es was Neues zu sehen. 
Da sagte Fritzchen ganz leise: Opalein, 
Opa ich muss mal, bloß klein. 
Da sagte der Opa der Gute: 
Komm gleich hier hinter die Bude. 
Ich bleib dicht vor Dir stehen, 
da kannste, und keiner kann Dich sehen. 
Fest in der Hand den Honigkuchen 
tat Fritzchen nun das Knöpfchen suchen. 
Der kalte Wind pfiff um die Ohren, 
die Finger waren ganz blau gefroren 
und deshalb traf er auch einige Mal 
den Honigkuchen mit warmen Strahl. 
Das kleine Fritzchen merkte das gleich, 
der Honigkuchen wurde weich. 
Und Fritzchen flennte ohne Unterlass: 
Opa, mein schönes Herz ist nass! 
Da ging Opa, der einzige Gute, 
mit Fritzchen an die Zuckerbude 
und stillte dessen großen Schmerz 
mit einem zweiten Honigkuchenherz. 
Nun hatte er zwei Herzen und es war ihm klar, 
dass eines davon nicht in Ordnung war. 
Er wollte den Opa entscheiden lassen: 
Opa, was machen wir mit dem nassen? 
Der Opa wusste in der Tat 
gleich einen guten Rat: 
Weißt du mein Junge, das machen wir so, 
den gibst du der Oma, die titscht sowieso! 


Freitag, 9. Dezember 2016

Das Engelskind Anna


 Das Engelskind Anna 


Es war wieder einmal Weihnachten auf der Erde.
Der Weihnachtsmann lud alle Geschenke für die Menschenkinder auf seinen großen Schlitten. Der Schlitten sah sehr prächtig aus und er wurde von 7 Rentieren gezogen.
Neben den Geschenkpaketen saßen 7 Engel, die dem Weihnachtsmann helfen sollten, die Geschenke zu verteilen. Im Himmel gab es ja ganze Scharen von Engeln, aber nur 7 Engel wurden für diese Heilige Nacht ausgewählt. In diesem Jahr war nun also die Wahl auch auf das Engelskind Anna gefallen. Schon tagelang vorher war sie aufgeregt und sie träumte jede Nacht von der Fahrt mit dem herrlichen Rentierschlitten.

Dann am Heiligen Abend war es endlich soweit. Die Rentiere hatten vor lauter Aufregung rote Nasen, und die Engel hatten ihre goldenen Flügel solange geputzt, daß sie jetzt im Sternenlicht wunderbar funkelten und blinkten. Hey, was machte das für einen großen Spaß mit dem Geschenkeschlitten durch den Himmel zu fliegen!
Der Weihnachtsmann drehte sich zu seinen Engeln um, lächelte Anna freundlich an und blinzelte dabei mit den Augen, als ob er ihr etwas sagen wollte. Im nächsten Moment ging ein Ruck durch den Schlitten: eines der Rentiere hatte einen Schluckauf bekommen. Ein Rentier mit Schluckauf? Der Weihnachtsmann fing laut zu lachen an, und auch die Engel stimmten in das Lachen ein; das klang dann so, als würden Glocken klingen. Da aber passierte es: eines der Pakete geriet in's Rutschen und als Anna danach greifen wollte, fiel auch sie vom Schlitten herunter. Schnell bewegte sie ihre Flügel, und sie schaffte es auch noch, das Paket
aufzufangen. Als sie sich dann umschaute war der Schlitten schon weit davongefahren.

Unter sich sah Anna aber schon die Häuser der Menschen. Und so landete sie erst einmal ganz sanft und leise auf der Erde.Sie stand ganz verloren zwischen den Menschen. Das Paket in ihren Händen drückte sie fest an sich, so als könnte sie sich daran festhalten.
Aber warum blieben die Menschen stehen?
Manche schauten sie verwundert an, als könnten sie nicht glauben, was sie dort sahen.Wieder andere lachten Anna einfach nur aus!Warum nur? Anna sah doch genauso aus wie ein Menschenkind.

Bis auf die goldenen Flügel; so etwas hatten die Menschen noch nie gesehen!Anna schaute verlegen auf den Boden und wünschte sich ganz fest, daß ihre Flügel unsichtbar wären.Und mit einem mal gingen die Menschen achtlos an ihr vorbei, denn ihr Wunsch war in Erfüllung gegangen.
Der Schlitten mit dem Weihnachtsmann würde erst in einem Jahr wieder zur Erde kommen. Solange mußte Anna erst einmal bei den Menschen leben. Es fiel ihr nicht leicht, aber es gab sehr nette Menschen, die ihr halfen. Sie lernte aber auch, daß es Kriege zwischen den Menschen gab; und auch Haß, Neid, Hunger und Kälte. Ganz schlimm war es, wenn Anna traurige Menschen sah. Dann wurde auch sie traurig. Zuhause bei den anderen Engeln gab es so etwas nicht. Alle Engel waren immer freundlich und nett, und es gab niemals Streit.

Engel kennen deshalb auch keine Tränen, aber weil Anna bei den Menschen lebte, und sie manchmal sehr traurig war, geschah es eines Tages Anna weinte!
Ein junger Mann sah ihre Tränen und er nahm Anna in seine Arme.Er gab ihr soviel Wärme und Geborgenheit, daß die Tränen bald trockneten, und nach einer kleinen Weile schenkte Anna ihm ein himmlisches Lächeln als Dank.Da wurde auch der junge Mann glücklich und froh.
Sie wurden Mann und Frau, und lebten glücklich miteinander.

Es war aber fast ein Jahr vergangen und die Weihnachtszeit kam wieder heran.Der Weihnachtsmann würde mit seinem Schlitten zur Erde kommen und Anna würde wieder zu den anderen Engeln in den Himmel zurückkehren. Sie hatte aber ihren Mann sehr lieb gewonnen und wollte ihn nicht verlassen.

So schrieb sie eines Tages wie die anderen Menschenkinder einen Brief an den Weihnachtsmann.
" Lieber Weihnachtsmann!
Das Leben hier auf der Erde ist nicht immer so schön wie bei deinen Engeln im Himmel.
Aber ich habe einen lieben Mann und Freunde, die alle traurig wären, wenn ich von hier fort müßte.
Es gibt auch noch so viele traurige Augen, in die ich ein Lächeln zaubern möchte, so viele traurige Herzen, die ich fröhlich machen möchte... Ich kann hier einfach nicht weggehen, kannst Du das verstehen?

Dein Engelskind Anna 

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:

" Mein lieber Engel Anna!
Seit langer, langer Zeit schon komme ich mit meinem Schlitten zur Weihnachtszeit zu den Menschen auf die Erde. Und jedesmal ist ein kleiner Engel vom Schlitten gefallen... Die Menschen brauchen diese Engel.
Ohne sie wäre das Leben auf der Welt noch ein bißchen kälter, noch ein bißchen trauriger.
Bleib' bei den Menschen, Anna, sie brauchen Dich! Wie lange Du noch bleiben kannst, kann auch ich Dir nicht sagen. Irgendwann wirst auch Du gehen müssen, wie alle anderen Menschen auch.
Aber ich verspreche Dir, daß ich dann einen anderen Engel zur Erde schicken werde, damit Dein Mann und Deine Freunde nicht allzu traurig werden.
Und denke immer daran: vielleicht ist ein Mensch, der Dir begegnet,auch ein Engel.
Ein Engel mit unsichtbaren Flügeln.

Dein Weihnachtsmann 


Hannelore Kramer,
Dezember 1995

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Weihnachtsbräuche aus aller Welt ~Frankreich


Weihnachtsbräuche aus aller Welt

Frankreich

Tausende von bunten Lichtern auf den Straßen, Krippenumzüge.
Ein Riesenzelt mit der größten Krippe der Welt steht in Paris.


An erster Stelle steht für die Franzosen jedoch gutes Essen.
Ihr traditionelles Festtagsgericht: die " Dinde aux marons", eine mit Maronen garnierter Truthahn.


Noch beliebter "Reveillon" ein Festmahl aus Austern, Pasteten, Truthahn und
Champagner, dazu gezuckerte Maronen.
Geschlemmt wird die ganze Nacht vom 24. zum 25. Dezember.


Nach dem festlichen Abendessen gehen die Leute zu der Weihnachtsmesse, die um Mitternacht stattfindet. Diese Messe heißt im Französischen „Messe de Minuit", d. h. „Mitternachtsmesse".
Die Weihnachtsbescherung findet entweder vor oder nach dieser Messe, oder auch am folgenden Morgen statt.


In Frankreich lieferte früher Saint Nicolas ( wie heute noch in Holland) seine Geschenke am 6. Dezember ab. Die Zeiten haben sich geändert. Die Geschenke bringt den französischen Kindern in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember nun Pere Noel, der französische Weihnachtsmann. Der kommt durch den Schornstein und legt seine Gaben in die bereitgestellten Schuhe.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Tiroler Schnitten

Tiroler Schnitten



Zutaten

125 g Margarine
250 g Zucker
5 Eigelb
250 g Mehl

5 Eischnee
80 g geraspelte
Schokolade
80 g gehackte Mandeln
30 g Zucker

Zubereitung

Rührteig herstellen, und den Eischnee unterheben, anschließend auf ein gefettetes Blech streichen und gleichmäßig verteilen.

Schokolade, Mandeln und Zucker mischen und anschließend auf den Teig streuen.
Backzeit: ca. 20 Min. bei 190 Grad

Nach dem backen schneiden




Dienstag, 6. Dezember 2016

Schlamperpaule und der Nikolaus





Schlamperpaule und der Nikolaus

© Elke Bräunling

Mit Aufräumen und Ordnung hatte Paule nichts am Hut. Um so erstaunter war Mutti, als er am Abend vor dem Nikolaustag seine schmutzigen Gummistiefel aus dem Keller holte und blitzblank polierte. "Was ist denn mit dir los?" fragte sie. "Hast du Fieber?" "Nö", grinsten Paules Schwestern. "Paule will beim Nikolaus Eindruck schinden. Hihi!"

"Blöde Ziegen!" murmelte Paule. Er spuckte noch einmal kräftig auf die Stiefel und rieb sie glanztrocken.

"Es wäre eine gute Sache", meinte Mutti, "wenn du auf deinem Schreibtisch auch Ordnung machen und deine Schultasche für morgen packen würdest!" "Und deinen Schrank könntest du auch gleich aufräumen", kicherte Mara. "Da fällt einem ja alles entgegen, wenn man die Tür öffnet." "Und wie ist es mit unserer Spielzeugecke?" beschwerte sich Jula. "Alles hast du wieder durcheinander gebracht."

"Alter Schlamper!" sagte Mutti und grinste.

Am Nikolausmorgen rannte Paule gleich zu seinen Stiefeln. Aber was los? Leer waren sie! Paule schielte zu den Schuhen seiner Schwestern. Die waren gefüllt toll voll gefüllt mit Nikolausgeschenken. Komisch. Paule runzelte die Stirn. Hatte ihn der Nikolaus vergessen? Paule sah in seinen anderen Schuhen nach, doch alle waren sie leer. Nicht ein einziges Nikolausgeschenk konnte Paule finden. Gemein. "Ein schöner Schlamper ist der Nikolaus", maulte er. "Nun hat er mich doch tatsächlich vergessen!?”

Traurig und nachdenklich saß Paule heute am Frühstückstisch. Etwas von seinen leeren Schuhen zu sagen, wagte er nicht. Er konnte heute wirklich überhaupt und gar nicht ertragen, daß ihn alle auslachten. O nein!

"Du mußt ´was essen, Paule", sagte Mutti. "Hab keinen Hunger", murmelte Paule und senkte seinen Kopf tief über den Teller, damit keiner die Tränen in seinen Augenwinkeln sah. Und weil er so tief in seinen Teller starrte, sah er auch nicht, wie sich seine Eltern zuzwinkerten. "Du bist doch sonst immer so hungrig! Hast du Fieber?" fragte Vati.

Paules Schwestern kicherten, schnappten ihre Schultaschen und zogen los. "Für dich wird´s auch Zeit, Paule", mahnte Mutti. "Wo ist denn deine Tasche?"

Die Tasche? Hm! Die lag noch irgendwo in Paules Zimmer. Ungepackt. Wie immer. "Ich hole sie!” Maulend machte sich Paule auf die Suche. Aber wo war die verflixte Tasche nur? Hatte er sie nicht gestern hinter den Schreibtisch geworfen? Oder unters Bett? Paule suchte und suchte, doch seine Tasche fand er nicht. Was für ein blöder Tag! Nun würde er auch noch zu spät zur Schule kommen. Wütend riß er die Schranktür auf, und -plumps- fielen ihm Hosen, Hemden, Sportschuhe, Bälle, Tischtennisschläger, ein Cowboyhut, lang vermißte Spielsachen, der Schulatlas und noch so mancherlei Zeugs, das im Kleiderschrank eigentlich nichts zu suchen hatte, entgegen. Ganz hinten im Schrank aber stand seine Tasche, und die war über und über gefüllt mit den tollsten Nikolauspäckchen, die man sich nur vorstellen konnte.

Wie freute sich da der Paule! "Es stimmt", rief er fröhlich. "Der Nikolaus ist genau so ein Schlamper wie ich."

Dann machte er sich fröhlich -und auch ein bißchen nachdenklich- auf den Schulweg.

Montag, 5. Dezember 2016

Weihnachtsbräuche aus aller Welt ~Griechenland~


Weihnachtsbräuche aus aller Welt

Griechenland


Am 24. Dezember ziehen Kinder mit Trommeln und Glocken durch die Straßen, singen Kalanda (Lobgesänge) die Glück bringen sollen und bekommen Geschenke.

12 Nächte lang werden Weihnachtsfeuer zum Schutz gegen Kalikanari (Kobolde) entzündet.
Das beste und größte Holzscheit wird in der Heiligen Nacht verbrannt, um das Christuskind zu wärmen.


Das Weihnachtsessen gehört auch für die Helenen zu den schönsten Zeremonien.
Traditionelles Muß: gefüllter Truthahn. Außerdem: " Melomakarona" eine Nachspeisenkombination mit Kuchen aus Gries und Mandeln und viel süßem Gebäck.


Nur die Weihnachtsbescherung läßt zum Bedauern aller Kinder sehr lange auf sich warten: Geschenke gibt es erst am Sylvesterabend.


In der Nacht zum 1. Januar legt der heilige Vassilius die Geschenke für die Kinder vor das Bett. Für die Familie gibt es an diesem Tag einen Kuchen, in den eine Goldmünze eingebacken wird. Wer sie findet, hat das ganze Jahr über Glück.



Sonntag, 4. Dezember 2016

Plätzchendurft im ganzen Haus



Plätzchenduft im ganzen Haus
von Rita Fehling

Wieder diese dunkle Jahreszeit. Wieder Dezember. Wieder diese langen Nächte und kurzen Tage. Und wieder die Familie, die quengelt, ich soll Plätzchen backen.
"Nein!" sage ich dieses Mal entschieden. "Ich backe in diesem Jahr keine Plätzchen. Mann und Sohn gucken mich an, als ob ich ihnen soeben mitgeteilt hätte, dass ich beabsichtige, nach Timbuktu auszuwandern. Alles, nur das nicht. Sie flehen. Sie nölen. Sie schimpfen. Und ich argumentiere damit, dass es keinen Spaß macht, viele Stunden in der Küche zuzubringen, nochmals Stunden mit deren Reinigung beschäftigt zu sein, die Produkte meiner Schweiß treibenden Arbeit sich noch am Backtag bis auf die Hälfte dezimieren zu sehen, um dann festzustellen, dass anschließend niemand mehr von den Keksen isst. Nicht nur nicht im Dezember, nein auch am Fest selbst wird alles Mögliche gegessen und genascht, nicht aber Mutters Kekse.
Ich schlug vor, in eine gute Konditorei zu gehen, und ein paar von diesen wunderbaren Keksen zu kaufen, die so schön aussehen, wie ich es niemals hinkriegen würde. Aber sie schüttelten beiden heftig die Köpfe und argumentierten: "Aber das riecht doch so schön im ganzen Haus." Okay, da hatten sie ja nun Recht. Trotzdem habe ich keine Lust, Kekse für den Mülleimer zu produzieren. Basta!
Im letzten Jahr hatte ich logisch überlegt und nur noch die Hälfte Kekse gebacken. In der Hoffnung, dass dann alle an einem Tag aufgegessen würden. Aber die Rechnung ging nicht auf. 1. hatte ich fast genau so viel Arbeit, weil es der verschmutzten Küche egal ist, ob zehn oder fünf Bleche gebacken wurden und 2. haben sie von der Hälfte eben wieder nur die Hälfte gegessen. Ob sie es unverschämt gefunden hätten, alles auf einmal zu essen, oder ob ausgerechnet im letzten November ihr Keksappetit nur halb so groß war, bleibt unbekannt. Mein Entschluss stand fester den je: In diesem Jahr keine Kekse.
Nun waren meine beiden Süßen nicht gewillt, auf selbst gebackene Weihnachtssüßigkeiten zu verzichten. Und weil Muttern dieses Mal nicht als Produzentin zur Verfügung stand passierte, was passieren musste. Die beiden wälzten Backbücher, kauften Frauenzeitschriften mit Plätzchenrezepten und bereiteten sich akribisch auf den großen Backtag vor. Wenn eine Frau kocht oder backt, geht sie in die Küche, schmeißt Ofen und Herd in Gang und legt los. Männer jedoch planen alles bis in die kleinste Kleinigkeit. Sie lasen die Rezepte, murmelten was von Kouvertüre, Petit Fours und viele andere leckere Ausdrücke. Ich schmunzelte, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie das hinkriegen würden. Meine Kekse, die ich immer genau nach Anweisung backte, sahen nie so umwerfend toll aus, wie sie in den Zeitschriften oder Backbüchern abgebildet waren. Aber die beiden hatten - so schien es - den Anspruch, es besser zu machen als ich.
Ich gebe zu, dass ich ein bisschen in meinem hausfraulichen Stolz gekränkt war. Und ein bisschen juckte es mich doch, ihnen zu zeigen, wer hier besser backen konnte. Doch ein Zurück gab es nun nicht mehr für mich. Zu viel hatte ich daran gesetzt, mein Ziel zu erreichen. Um nicht in irgendeine Versuchung zu kommen, in den nachmittäglichen Backvorgang einzugreifen, verzog ich mich für einige Stunden.
Ja, es stimmt, ich war sehr neugierig, als ich nach Hause kam. Was dort dekorativ in einer Schale angerichtet war, verschlug mir den Atem. Vanillekipferl mit Puderzucker, Zimtsterne mit rosa Verzierungen und vieles mehr. "Alle Achtung!" Das Kompliment meinte ich wirklich ernst.
Erst am Abend im Bett fiel mir auf, dass etwas gefehlt hatte. Der Duft. Genau! Der Plätzchenduft im ganzen Haus.