Sonntag, 14. Dezember 2014

Susannes Weihnachtsmann





Susannes Weihnachtsmann


Seelenvergnügt in der Badewanne
sitzt unsre kleine blonde Susanne,
plätschert und schlenkert wie im Meer
eine halbe Sindflut um sich her.
Mama wird böse: "Na warte, du Schlingel!"
Sirrr! geht draußen die Klingel.

"Je!" sagt Muttchen. "Es klingel doch grade
immer wenn ich Suschen bade.
Nun sei mir mal hübsch brav, mein Herzblatt, ja?
Gleich ist die Mutti wieder da.
Und faß mir da oben den Griff nicht an.
Das ist die Glocke zum Weihnachtsmann;
die hängt von der Decke in langen Schnüren,
da darf beileibe kein Kind dran rühren."


Sie geht. Susi, die nun allein ist,
wäscht ihre Seife bis sie ganz klein ist,
zieht das Badelaken vom Tisch herunter
und schleift es durch sämtliche Pfützen munter.
Doch endlich wird ihr die Sache zu dumm.
Sie dreht sich energisch zur Türe herum
und ruft: "Mutti! Muttchen! Du sollst jetz kommen!
Susi hat jetz genug geschwommen!"


Alles bleibt still, und da oben hängt
der blitzblanke Griff. Susi denkt:
Wenn ich nur so'n ganz klein bißchen dran zieh,
ob der Weihnachtsmann dann durch die Türspalte sieht?
Dann will ich gleich bescheid ihm sagen
von dem dicken Ball und dem schönen Puppenwagen.


Sachte, ganz sachte steht sie auf,
greift mit den kleinen Patschhändchen hinauf...
Und denkt euch, Kinder, was nun geschah:
Es rieselt, es plätschert!
Huh! Und soviel! Huh! Und so kalt!
Susi brüllt daß es häuserweit schallt.


Mama kommt gestürzt, Mama kommt geflogen.
O weh! Susi hat die Brause gezogen!
Sitzt in der Wanne, zu Tode erschrocken,
Wasser in den Ohren, im Näschen, in den Locken.
Und sie schluchzt, während sie in Tränen fast zerfließt:
"Der Weihnachtsmann hat mis mit Wasser begießt!
Und ich hab doch nur so'n ganz klein bischen geschellt
und nur so'n ganz klein bischen bei ihm bestellt".

-Autor unbekannt -



Samstag, 13. Dezember 2014

Des armen Knaben Christbaum

 

Des armen Knaben Christbaum


Was für ein fröhlich Tun und Treiben
Am Weihnachtsmarkt bis in die Nacht,
Wie funkelt durch erhellte Scheiben
Der schönen Waren bunte Pracht!
Wer kaufen will, muß heut noch laufen,
Daß er den Christbaum schmücken mag,
Wer feil hat, will noch heut verkaufen,
Denn morgen ist Bescherungstag.

Doch sieh, wie mit betrübten Mienen
Dort an der Ecke, frosterstarrt,
Vom nahen Gaslicht hell beschienen,
Ein Knabe noch des Käufers harrt;
Er hat den Christbaum selbst geschnitten
Mit saurer Müh im Tannenwald,
Ein schüchtern Auge scheint zu bitten:
"O kauft mir ab, die Nacht ist kalt!"

"Kauft ab, ihr könnt so lustig lachen,
Ihr habt das Glück, und ich die Not;
Was soll ich mit dem Christbaum machen?
Die Mutter krank, der Vater tot!"
Doch Niemand, der des bleichen Kleinen
Und seines Baums gewahren mag,
Vorbei rennt jeder mit dem Seinen, —
Und heut ist schon der letzte Tag!

Doch schau, da kommt mit muntrem Schritte
In Sammetpelz und Federhut —
Die schöne Mutter in der Mitte —
Ein Kinderpärchen wohlgemut;
Den Korb gefüllt mit Weihnachtsgaben,
Trabt hinterher des Hauses Knecht —
"O Mutter, sieh den Baum des Knaben,
Der ist für uns noch eben recht!"

Die schöne Mutter zahlt in Eile
Dem Knaben sein Viergroschenstück,
Er dankt — und schaut noch eine Weile
Den Frohen nach mit trüben Blick:
Wie wird sein Christbaum morgen funkeln
Im fremden Haus, im Kerzenschein,
Und ach! im Kämmerlein, im dunkeln,
wie still wird seine Weihnacht sein!

Drum Kinder, wenn bekränzt mit Gaben,
Euch euer Christbaum fröhlich brennt,
Denkt, ob ihr nicht den bleichen Knaben
Und seine kranke Mutter kennt?
Und geht und trocknet ihm die Wangen
Und lernet von dem heilgen Christ,
Daß zwar vergnüglich das Empfangen,
Doch seliger das Geben ist! 
(Verfasser unbekannt)
 

Freitag, 12. Dezember 2014

Die erste Zigarette


Die erste Zigarette

oder

Weihnachten ist erst morgen.


von Egon Oetjen


Weihnachten ist ja schon etwas Besonderes, jedenfalls für mich. Bis zum heutigen Tage ist der Heilige Abend etwas wunderbares für mich, nicht unbedingt der Geschenke wegen, nein, nein, dieser Tag überhaupt macht den Reiz aus.

So war das auch schon Weihnachten 1953. Ich war nun ja gerade fünf Jahre alt und Heiligabend stand vor der Tür. Natürlich durfte ich ja nicht wissen, das es keinen Weihnachtsmann gab, also hatten wir Drei, dass heißt, meine beiden älteren Brüder und ich als kleiner Duddsack, die Wohnung, zu verlassen.

Vater und Mutter schickten uns nach draußen, was bei dem kalten und feuchten Dezemberwetter eigentlich nur hieß, rein in den alten Schuppen. Darin waren wir jedenfalls so einigermaßen vor der nassen Kälte geschützt. Ein alter, zugiger Schuppen, in dem Brennmaterial wie Holz, Torf und Kohlen lagerte. Er bestand größtenteils aus zusammengenagelten Brettern und Blechtafeln, die aus alten Ölfässern hergestellt waren. Daher war das Ganze auch recht löchrig und der eisige Wind pfiff durch die Ritzen.
In diesem Verschlag saßen wir drei Buben nun und warteten auf den Weihnachtsmann. Irgendwann wurde uns die ganze Geschichte zu langweilig und einer der beiden Großen kam auf die glorreiche Idee, irgendetwas nützliches zu machen.

Ich weiß ja nun nicht, wie er gerade darauf kam, aber Rauchen ist bei Jungens ja immer angesagt. Die so genannte Zigarette sah dann aber eher aus wie eine Trompete. Außen zusammengerolltes Zeitungspapier und drinnen richtig guter Tabak, den die Beiden vom vielen Torfstreu, der dort auf dem Boden lag, "geerntet" hatten.

Ich brauchte in meinem zarten Alter nur einen guten Zug an dieser "Zieh-garette", natürlich auf Lunge. Dann war Weihnachten für mich vorbei, denn erstens wurde eine neue Hose für mich benötigt und zweitens gab es gehörig welche vor den Hintern.

Dieser Zug hatte bei mir eine durchschlagende Wirkung. Geschenke wurden dann übrigens erst am nächsten Tag verteilt. Da war der Weihnachtsmann allerdings schon lange nicht mehr da, aber zum Glück hatte er die Geschenke dagelassen.



Donnerstag, 11. Dezember 2014

Adventszeit


Adventszeit



Wie schnell  ist doch die Zeit vergangen,
die Monaten gingen wie nichts vorbei.
War es nicht grade erst Weihnachten,
manchmal glaub ich fast an Zauberei.

Nun steht eine schone Adventszeit ins Haus,
eine helle und fröhliche Zeit.
Geschmückt sind die Häuser und Strassen,
und man fühlt sich irgendwie befreit.

Das Jahr geht seinem Ende entgegen,
brachte uns Böses und Gutes.
Doch was auch immer geschehn ist,
sind wir doch frohen Mutes.

Langsam wird’s Winter überall im Land.
die Natur macht sich zum Schlafen bereit.
Das Christfest rückt langsam näher ,
ich liebe diese besinnliche Zeit.

Manchmal geh ich durch die Strasse und lasse mich treiben,
von Rummel und Trubel in diesem Advent.
Die Weihnachtsmärkte öffnen ihre Pforten,
und man freut sich ,wenn das erste Lichtlein brennt.

Doch ist es auch eine besinnliche Zeit,
man singt Weihnachtslieder und denkt an so vieles zurück.
Die Kerzen des Adventskranzes brennen,
und unsre Herzen erstrahlen vor Glück.

Bald kommt der Tag, wo man das Christfest begeht,
denn unser Heiland wurde geboren.
Ein Fest der Freude für uns alle,
doch leider haben viele den Sinn dafür verloren.

Jeder überlegt sich, was schenke ich nur,
eine Zeit, wo man nur an Essen und Geschenke denkt..
Doch ich werde wieder still und bescheiden,
meinem Herrn danken , für das , was er mir schenkt.

Drum vergesst nicht, bei aller Vorfreude,
was es heisst das Fest zu erleben.
Unser Heiland wurde geboren,
um uns unsere Sünden zu vergeben.

Ich wünsche Euch jetzt eine schöne Adventszeit,
voll Besinnung und Frieden im Herzen drin.
Vergesst nicht das Wunder der Weihnacht,
denn das ist doch der eigentliche Sinn

© angie 1701




Mittwoch, 10. Dezember 2014

.Der Weihnachtsbraten


Der Weihnachtsbraten

von Rita Fehling

"Sag mal, was soll ich dieses Jahr eigentlich zu Weihnachten kochen?"
Diese bedeutungsschwere Frage richte ich an meinen Sohn, der in letzter Zeit mit dem Essen sehr mäkelig geworden ist. Ich will schließlich nicht riskieren, dass er am heiligen Fest ein langes Gesicht macht. Er wartet auf mütterliche Vorschläge. Gans, Ente, Wildschwein, Hase, Rehrücken... Ist ihm alles nicht Recht.

Mit Freude nehme ich sein Interesse am Kochen zur Kenntnis, das er durch den Kochunter-richt in der Schule erworben hat. Stolz erzählt er, welche komplizierten und doch sehr schmackhaften Gerichte er dort schon gekocht hat. Er sieht mich schwer beeindruckt.
"Wenn dir alles nicht passt, was ich kochen will, wie wär's, wenn du kochst?" Ich weiß, ein sehr abenteuerlicher Vorschlag. Ich stelle mir bildlich vor, wie an diesem hohen Feiertag mei-ne Küche aufs Wildeste verwüstet wird. Aber warum eigentlich nicht? Schließlich lernen die Kids kochen nur durch kochen. Und wenn ich immer all die Arbeit an mich reiße, dann kann er ja keine Erfahrungen sammeln. Ich lasse mich also auf den Deal ein.
"Papa, weißt du schon, dass ich dieses Jahr zu Weihnachten koche?"
Ein wahrhaft erstauntes Grunzen kommt aus väterlichem Mund. "Nie im Leben, das erlaubt Mama nie!"
"Doch, kannst sie fragen, ich darf kochen."
"Glaub ich nicht."
"Jawohl!"

"Du und kochen? Du maulst doch schon, wenn du bloß mal das Frühstück machen sollst. Dann koche ich schon lieber."
Nachdenklich legt der Sohn seinen Kopf schief und stellt sich seinen Erzeuger vor, wie er ein weihnachtliches Menü zubereitet. "Mensch, Papa, du kannst doch gar nicht kochen."
"Was glaubst du denn, was ich alles kann. Ich wird's dir beweisen." Sprach's und ging seiner Wege. Der Sohn hingegen war nun doch froh, dass er nicht dafür büßen musste, dass er seinen Mund zu voll genommen hatte. Es kamen - berechtigte - Zweifel wegen des Bewältigens dieser Aufgabe in ihm hoch. Aber wenn Papa das machen würde.... um so besser.
Es begab sich aber in diesem Jahr, dass nach dem turbulenten Fest des Heiligen Abends in einer kleinen Familie in Deutschland alle drei Familienmitglieder sich etwas ratlos ansahen, denn nach dem Frühstück und den vormittäglichen Verwandtschaftsbesuchen stellte sich ein leichtes Hungergefühl ein. Und ein jeglicher wartete, dass der andere kochen möge. Aber jeder hatte sich auf den anderen verlassen.

Was es bei uns zu Essen gab?

Wissen Sie, Spaghetti schmecken eigentlich immer.



Dienstag, 9. Dezember 2014

Loriots Gedanken zum Advent

 




Loriot´s Gedanken zum Advent
Advent

Es naut die Blacht . . . Verzeihung!

Advent

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken
Schneeflöcklein leis' herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner, weißer Zipfel.
Und dort, vom Fenster her, durchbricht
den tunklen Tann ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
Drum kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muß es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh'
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie - direkt von vorn -
den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei, drei, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln
derweil die Sterne traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmannssitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt darauf - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so später Nacht
im Schnee noch seine Runden macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten.
"He, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?"

Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau ist schon bereit:
"Die sechs Pakete, heilger Mann,
's ist alles, was ich geben kann."

Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt - es ist Advent!

Montag, 8. Dezember 2014

Weihnachtsfabel



Weihnachtsfabel


Die Tiere disputierten einmal über Weihnachten.
Sie stritten, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei. "Na klar, Gänsebraten", sagte der Fuchs. "Was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten?"


"Schnee", sagte der Eisbär. "Viel Schnee." Und er schwärmte verzückt von der weißen Weihnacht.


Das Reh sagte "Ich brauche aber einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten feiern."


"Aber nicht so viele Kerzen", heulte die Eule. "Schoen schummrig und gemütlich muß es sein. Stimmung ist die Hauptsache."


"Aber mein neues Kleid muss man sehen", sagte der Pfau. "Wenn ich kein neues Kleid kriege, ist für mich kein Weihnachten."


"Und Schmuck!" krächzte die Elster. "Jede Weihnachten bekomme ich was: einen Ring, ein Armband. Oder eine Brosche oder eine Kette. Das ist für mich das Allerschönste an Weihnachten."


"Na, aber bitte den Stollen nicht vergessen", brummte der Bär, "das ist doch die Hauptsache. Wenn es den nicht gibt und all die süßen Sachen, verzichte ich auf Weihnachten."
 

"Mach's wie ich:" sagte der Dachs, "pennen, pennen, pennen. Das ist das Wahre. Weihnachten heißt fuer mich: Mal richtig pennen."


"Und saufen", ergänzte der Ochse. "Mal richtig einen saufen - und dann pennen."
Aber da schrie er "aua", denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt.


"Du Ochse du, denkst du denn nicht an das Kind?" Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte "Das Kind. Jaja, das Kind - das ist doch die Hauptsache. Übrigens", fragte er dann den Esel, "wissen das eigentlich die Menschen?"