Mittwoch, 14. Dezember 2016

Der ungeduldige Weihnachtsstollen


Der ungeduldige Weihnachtsstollen

von Helmut Wördemann


Es war einmal ein Weihnachtsstollen, der war ganz durchknetet von dem Gedanken, als leckeres Frühstücksbrot mit Butter zu dienen. Ja, es wurde ihm sogar in Aussicht gestellt, zum Nachmittagskaffee serviert zu werden, wie Kuchen, wie richtiger Kuchen. Nun lag der süße Stollen aber schon wochenlang im Brotfach, lag da in durchsichtigem, glänzendem Weihnachtspapier mit Schneelandschaft und Christkind-Schlitten und musste mit ansehen, wie alle anderen Brote gebraucht wurden: das Schwarzbrot, das Vollkornbrot; sogar das Weißbrot und das Knäckebrot kamen regelmäßig an die Reihe und durften sich bewähren. Ich glaube, der Stollen wurde ganz blass vor Neid und vor Ungeduld, aber das konnte man nicht sicher sagen, weil er ja über und über mit Puderzucker bedeckt war. „Da hat man soviel Aufhebens um mich gemacht,“ dachte der Stollen bitter wie Sukade, „hat mich gesüßt und mit Rosinen gespickt. Ja, sogar Marzipanstückchen hat die Hausfrau in mich hineingebacken. Und nun? Nun bin ich überflüssig und gammele hier `rum, schön und lecker, aber unnütz.“ Doch dann kam Heiligabend. Die Hausfrau stellte im Wohnzimmer die Geschenke auf. Und nun, nun deckte sie in der Küche den festlichsten Kaffeetisch des Jahres; und das Beste, das Edelste und das Leckerste, das sie zu bieten hatte, das war der Weihnachtsstollen. Leider konnte er seine große, feierliche Wichtigkeit nicht lange genießen, denn er schmeckte gar zu gut und war nach einer halben Stunde gegessen.

Dienstag, 13. Dezember 2016

Einfache Spekulatius



Einfache Spekulatius


Zutaten

für ca. 80 Stück

500 g Mehl
½ Päckchen Backpulver
250 g Zucker
1 TL Zimt
60 g gemahlene Mandeln
250 g kalte Butter
5-6 EL Milch
1 Eiweiss
50 g Mandelblättchen

Zubereitung:


Mehl, Backpulver, Zucker, Zimt, Mandeln und kleingeschnittene Butter auf die Arbeitsfläche häufen. In die Mitte eine Mulde drücken und die Milch hineingiessen. Alles mit einem grossen Messer durchhacken und mit den Händen rasch zu einem Mürbeteig verkneten. Zugedeckt 2 Stunden kaltstellen.Backofen auf 180 Grad vorheizen. Teig auf leicht bemehlter Arbeitsfläche dünn ausrollen und Motive ausstechen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen.Spekulatius mit verquirltem Eiweiss bestreichen, mit Mandelblättchen bestreuen. Im Ofen auf der mittleren Schiene 12 bis 15 Minuten backen.


Montag, 12. Dezember 2016

Weihnachtsbräuche aus aller Welt ~Holland~

Weihnachtsbräuche aus aller Welt

Holland

In Holland wird der heilige Nikolaus gefeiert, dort heißt er Sinterklaas und wird nicht nur als Geschenkebringer sondern auch als Schutzpatron der Seefahrer verehrt.


Am letzten Novembersamstag besucht er die Holländischen Hafenstädte mit dem Schiff. Eine große Menge Menschen wartet und sieht wie das Schiff des Sinterklaas anlegt. Bekleidet mit rotem Bischofsmantel, der Bischofsmütze und weißen Handschuhen reitet der Sinterklaas mit seinem Schimmel an Land. Begleitet wird er von seinem Knecht, dem Zwarten Piet.


Alle Glocken läuten und Sinterklaas und der Zwarten Piet werden von den Kindern und den Erwachsenen stürmisch begrüßt. Es wird auch gesungen,

Am Tag der Ankunft des Sinterklaas stellen die Kinder ihre Schuhe bereit und verstecken darin ihre Wunschzettel. Für das Pferd des Sinterklaas wird ein Eimer Wasser, eine Mohrrübe und etwas Heu bereitgestellt. Man sagt Sinterklaas und der Zwarte Piet reiten nachts über die Dächer der Häuser und verteilen kleine Geschenke.

Die holländischen Kinder bekommen ihre Geschenke nicht am 24.12 sondern am 5.12.


Am Abend des 5. Dezember feiern die Holländer ein richtiges Familienfest, bei dem alle, Kinder und Erwachsene beschenkt werden. Zu jedem Geschenk gehört ein Nikolausgedicht. Es sind lustige Reime , mit denen sich die Familienangehörigen untereinander verulken. Alle Gedichte sind mit Sinterklaas unterschrieben.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Adventskranz

Adventskranz


In der Vorweihnachtszeit darf der Adventskranz nicht fehlen.

Dabei gibt es ihn noch gar nicht so lange:.
1839 leitete der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern (*1808, +1881), das "Raue Haus", ein altes Bauernhaus in Horn (6 km außerhalb von Hamburg), das als Kinderheim für Kinder aus dem Armenviertel St. Georg in Hamburg genutzt wurde. Mit viel Tannengrün schmückte er den Kronleuchter und setzte 24 Kerzen darauf. Für jeden Tag im Dezember bis zum Heiligabend eine. So sollte den Kindern die Zeit bis Heilig Abend angezeigt werden.

1925 hing ein Adventkranz mit 4 Kerzen zum 1. mal in einer katholischen Kirche in Köln , seit 1930 fortan auch in München. Dieser Brauch verbreitete sich bis heute weltweit. Um 1935 werden dann die ersten häuslichen Adventkränze auch kirchlich geweiht, so wie es bis heute Brauch ist.


Immergrünes in der Wohnung allerdings gab es schon vor 600 Jahren. Zweige von Wacholder, Misteln und Tannen symbolisierten ungebrochene Lebenskraft, Haus und Hof sollten vor Schaden bewahrt bleiben.

Und auch die Kerzen haben ihre Geschichte: Im 14. Jahrhundert galten sie als Zeichen der Hoffnung auf eine neue, hellere Zeit. Kerzen in der Adventszeit waren traditionell rot, sinnbildlich für das Blut, welches Christus für die Menschen vergoß.

Heute werden nur noch 4 Kerzen auf einen Kranz gesetzt, für jeden Sonntag im Advent eine.
Die Kerzen kann man in verschiedenen Größen kaufen, so daß am 4. Advent alle Kerzen gleich hoch sind.

Den Adventskranz sieht man in verschiedenen Versionen:

Ein geschmückter Kranz aus Tannen, Weidenzweigen, Moos oder
aus Kunststoff, Glas oder Metall.

Eine große Wurzel wird in manchen Familien geschmückt und mit Kerzen versehen aufgestellt.




Samstag, 10. Dezember 2016

Das Honigkuchenherz


Das Honigkuchenherz 
(Autor unbekannt)
 

Vor der Bude vom Zuckerbäcker stand 
ein Opa, sein Enkelkind an der Hand; 
und Fritzchen wählte nach langem Suchen 
ein großes Herz von Honigkuchen. 
Zuckerguss war darüber geglättet 
mit Plätzchen und Perlen eingebettet, 
und für dieses Kinderglück 
bezahlte der Opa ein Fünfmarkstück. 
Nun ging der Opa und Fritz in die Runde 
es dauerte schon eine gute Stunde, 
vor jeder Bude blieb Fritzchen stehen, 
überall gab es was Neues zu sehen. 
Da sagte Fritzchen ganz leise: Opalein, 
Opa ich muss mal, bloß klein. 
Da sagte der Opa der Gute: 
Komm gleich hier hinter die Bude. 
Ich bleib dicht vor Dir stehen, 
da kannste, und keiner kann Dich sehen. 
Fest in der Hand den Honigkuchen 
tat Fritzchen nun das Knöpfchen suchen. 
Der kalte Wind pfiff um die Ohren, 
die Finger waren ganz blau gefroren 
und deshalb traf er auch einige Mal 
den Honigkuchen mit warmen Strahl. 
Das kleine Fritzchen merkte das gleich, 
der Honigkuchen wurde weich. 
Und Fritzchen flennte ohne Unterlass: 
Opa, mein schönes Herz ist nass! 
Da ging Opa, der einzige Gute, 
mit Fritzchen an die Zuckerbude 
und stillte dessen großen Schmerz 
mit einem zweiten Honigkuchenherz. 
Nun hatte er zwei Herzen und es war ihm klar, 
dass eines davon nicht in Ordnung war. 
Er wollte den Opa entscheiden lassen: 
Opa, was machen wir mit dem nassen? 
Der Opa wusste in der Tat 
gleich einen guten Rat: 
Weißt du mein Junge, das machen wir so, 
den gibst du der Oma, die titscht sowieso! 


Freitag, 9. Dezember 2016

Das Engelskind Anna


 Das Engelskind Anna 


Es war wieder einmal Weihnachten auf der Erde.
Der Weihnachtsmann lud alle Geschenke für die Menschenkinder auf seinen großen Schlitten. Der Schlitten sah sehr prächtig aus und er wurde von 7 Rentieren gezogen.
Neben den Geschenkpaketen saßen 7 Engel, die dem Weihnachtsmann helfen sollten, die Geschenke zu verteilen. Im Himmel gab es ja ganze Scharen von Engeln, aber nur 7 Engel wurden für diese Heilige Nacht ausgewählt. In diesem Jahr war nun also die Wahl auch auf das Engelskind Anna gefallen. Schon tagelang vorher war sie aufgeregt und sie träumte jede Nacht von der Fahrt mit dem herrlichen Rentierschlitten.

Dann am Heiligen Abend war es endlich soweit. Die Rentiere hatten vor lauter Aufregung rote Nasen, und die Engel hatten ihre goldenen Flügel solange geputzt, daß sie jetzt im Sternenlicht wunderbar funkelten und blinkten. Hey, was machte das für einen großen Spaß mit dem Geschenkeschlitten durch den Himmel zu fliegen!
Der Weihnachtsmann drehte sich zu seinen Engeln um, lächelte Anna freundlich an und blinzelte dabei mit den Augen, als ob er ihr etwas sagen wollte. Im nächsten Moment ging ein Ruck durch den Schlitten: eines der Rentiere hatte einen Schluckauf bekommen. Ein Rentier mit Schluckauf? Der Weihnachtsmann fing laut zu lachen an, und auch die Engel stimmten in das Lachen ein; das klang dann so, als würden Glocken klingen. Da aber passierte es: eines der Pakete geriet in's Rutschen und als Anna danach greifen wollte, fiel auch sie vom Schlitten herunter. Schnell bewegte sie ihre Flügel, und sie schaffte es auch noch, das Paket
aufzufangen. Als sie sich dann umschaute war der Schlitten schon weit davongefahren.

Unter sich sah Anna aber schon die Häuser der Menschen. Und so landete sie erst einmal ganz sanft und leise auf der Erde.Sie stand ganz verloren zwischen den Menschen. Das Paket in ihren Händen drückte sie fest an sich, so als könnte sie sich daran festhalten.
Aber warum blieben die Menschen stehen?
Manche schauten sie verwundert an, als könnten sie nicht glauben, was sie dort sahen.Wieder andere lachten Anna einfach nur aus!Warum nur? Anna sah doch genauso aus wie ein Menschenkind.

Bis auf die goldenen Flügel; so etwas hatten die Menschen noch nie gesehen!Anna schaute verlegen auf den Boden und wünschte sich ganz fest, daß ihre Flügel unsichtbar wären.Und mit einem mal gingen die Menschen achtlos an ihr vorbei, denn ihr Wunsch war in Erfüllung gegangen.
Der Schlitten mit dem Weihnachtsmann würde erst in einem Jahr wieder zur Erde kommen. Solange mußte Anna erst einmal bei den Menschen leben. Es fiel ihr nicht leicht, aber es gab sehr nette Menschen, die ihr halfen. Sie lernte aber auch, daß es Kriege zwischen den Menschen gab; und auch Haß, Neid, Hunger und Kälte. Ganz schlimm war es, wenn Anna traurige Menschen sah. Dann wurde auch sie traurig. Zuhause bei den anderen Engeln gab es so etwas nicht. Alle Engel waren immer freundlich und nett, und es gab niemals Streit.

Engel kennen deshalb auch keine Tränen, aber weil Anna bei den Menschen lebte, und sie manchmal sehr traurig war, geschah es eines Tages Anna weinte!
Ein junger Mann sah ihre Tränen und er nahm Anna in seine Arme.Er gab ihr soviel Wärme und Geborgenheit, daß die Tränen bald trockneten, und nach einer kleinen Weile schenkte Anna ihm ein himmlisches Lächeln als Dank.Da wurde auch der junge Mann glücklich und froh.
Sie wurden Mann und Frau, und lebten glücklich miteinander.

Es war aber fast ein Jahr vergangen und die Weihnachtszeit kam wieder heran.Der Weihnachtsmann würde mit seinem Schlitten zur Erde kommen und Anna würde wieder zu den anderen Engeln in den Himmel zurückkehren. Sie hatte aber ihren Mann sehr lieb gewonnen und wollte ihn nicht verlassen.

So schrieb sie eines Tages wie die anderen Menschenkinder einen Brief an den Weihnachtsmann.
" Lieber Weihnachtsmann!
Das Leben hier auf der Erde ist nicht immer so schön wie bei deinen Engeln im Himmel.
Aber ich habe einen lieben Mann und Freunde, die alle traurig wären, wenn ich von hier fort müßte.
Es gibt auch noch so viele traurige Augen, in die ich ein Lächeln zaubern möchte, so viele traurige Herzen, die ich fröhlich machen möchte... Ich kann hier einfach nicht weggehen, kannst Du das verstehen?

Dein Engelskind Anna 

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:

" Mein lieber Engel Anna!
Seit langer, langer Zeit schon komme ich mit meinem Schlitten zur Weihnachtszeit zu den Menschen auf die Erde. Und jedesmal ist ein kleiner Engel vom Schlitten gefallen... Die Menschen brauchen diese Engel.
Ohne sie wäre das Leben auf der Welt noch ein bißchen kälter, noch ein bißchen trauriger.
Bleib' bei den Menschen, Anna, sie brauchen Dich! Wie lange Du noch bleiben kannst, kann auch ich Dir nicht sagen. Irgendwann wirst auch Du gehen müssen, wie alle anderen Menschen auch.
Aber ich verspreche Dir, daß ich dann einen anderen Engel zur Erde schicken werde, damit Dein Mann und Deine Freunde nicht allzu traurig werden.
Und denke immer daran: vielleicht ist ein Mensch, der Dir begegnet,auch ein Engel.
Ein Engel mit unsichtbaren Flügeln.

Dein Weihnachtsmann 


Hannelore Kramer,
Dezember 1995

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Weihnachtsbräuche aus aller Welt ~Frankreich


Weihnachtsbräuche aus aller Welt

Frankreich

Tausende von bunten Lichtern auf den Straßen, Krippenumzüge.
Ein Riesenzelt mit der größten Krippe der Welt steht in Paris.


An erster Stelle steht für die Franzosen jedoch gutes Essen.
Ihr traditionelles Festtagsgericht: die " Dinde aux marons", eine mit Maronen garnierter Truthahn.


Noch beliebter "Reveillon" ein Festmahl aus Austern, Pasteten, Truthahn und
Champagner, dazu gezuckerte Maronen.
Geschlemmt wird die ganze Nacht vom 24. zum 25. Dezember.


Nach dem festlichen Abendessen gehen die Leute zu der Weihnachtsmesse, die um Mitternacht stattfindet. Diese Messe heißt im Französischen „Messe de Minuit", d. h. „Mitternachtsmesse".
Die Weihnachtsbescherung findet entweder vor oder nach dieser Messe, oder auch am folgenden Morgen statt.


In Frankreich lieferte früher Saint Nicolas ( wie heute noch in Holland) seine Geschenke am 6. Dezember ab. Die Zeiten haben sich geändert. Die Geschenke bringt den französischen Kindern in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember nun Pere Noel, der französische Weihnachtsmann. Der kommt durch den Schornstein und legt seine Gaben in die bereitgestellten Schuhe.